Auf den Wegen zur Natur

Zwischen den Provinzen von Perugia und Terni ist das Tuderte-Gebiet ein Fleckchen Erde, das reich an etruskischen Resten und an solchen der alten Römer, an Gebäuden und Kirchen aus dem Mittelalter und der Renaissance ist und von dessen himmlischen Aussichten man bezaubert wird. Die Martani-Berge umrahmen das ganze Gebiet und stellen eines der wichtigsten Attraktionen dar. Die Vegetation besteht hauptsächlich aus Steineichen, Eichen und in höheren Lagen aus Buchen. Die Martani sind reich an Grotten, Dolinen und Erdspalten, die auf die Erosion des Wassers zurückzuführen sind. Dieses Wasser speist im Tal zahlreiche Quellen ein, von denen einige sehr berühmt sind.

Fahren Sie von Todi aus auf der Sp451 weiter in Richtung Spoleto. Der Reiz dieser Stadt besteht nicht nur in ihren Denkmälern sondern vor allem in der Beziehung zu der Natur, die sie umgibt. Monteluco fungiert nicht nur als Bühnenbildkulisse sondern ist nun mit seinem Steineichenwald, der seit dem Altertum geschützt ist, der Hauptdarsteller der Geschichte der Stadt. Am Ende des V. Jahrhunderts war er auch natürlicher Zufluchtsort syrischer Einsiedler zur Meditation und zum Gebet. Er bietet sehr viel Ausflugs- und Wandermöglichkeiten entlang den langen Pfaden in einer Landschaft, die dafür geeignet sind, die Heiligkeit der Natur hervorzuheben.
Fahren Sie von Spoleto aus auf der Ss3 weiter und dann in Campello heraus. Die Clitumno-Quellen sind ein echter Juwel der Natur in Umbrien und der ideale Ort, um das Geflecht zwischen Religiosität und Umgebung zu verstehen. Eine üppige Vegetation und Wasserquellen lassen hier mit ihren intensiven Farben eine Umgebung unvergleichbarer Schönheit entstehen. Dieses Wasser, Verkörperung des Flusses, das hier seine Orakel hervorbrachte, wurde dem Gott Clutumno gewidmet und war bereits zur Zeit der Römer berühmt. Es wurde von Properzio, Plinio und Virgilio in deren Schriften Lob gepriesen und hat jüngst Dichter wie Byron und Giosuè Carducci, Maler wie Corot inspiriert und noch heute fließt dieses Wasser aus den Felsspalten in einen entzückenden kleinen See.

Fahren Sie von Todi aus auf der Sp448 weiter in Richtung Orvieto. Fahren Sie in Baschi heraus und dann auf der Sp205 weiter in Richtung Alviano. Die Oasi di Alviano wurde 1978 auf 800 Hektar angelegt und in den Flusspark des Tibers aufgenommen. Seit 1990 leitet WWF dort in einer an Vegetation reichen moorigen Zufluchtsumgebung ein faunistisches Reservat. In der Oase kann von Türmen und Laufstegen mit gut ausgerüsteten Jagdhütten aus „Birdwatching“ durchgeführt werden und dort gibt es auch einen Klassenraum mitten im Moor. Das Gebiet ist feucht und ideal für das Vorbeiziehen und den Nestbau von seltenen Wander- und Standvögeln. Hier können Eisvögel, Haubentaucher, Reiher, Kormorane, Möwen, Falken und weitere Vögel bewundert werden.

Von Todi aus fährt man auf der SS3bis weiter in Richtung Terni-Rom (Ausfahrt Terni). Der Marmore- Wasserfall bietet einer der einzigartigsten und verführerischsten Naturschauspiele. Er ist ein großartiges Werk des römischen Ingenieurwesens. Es war der römische Konsul Manio Curio Dentato, der die Entsumpfung der Velino-Moore plante und einen Abfluss graben ließ, der an der Stelle Curiano- Grube genannt wurde, wo sich heute der Hauptwasserfall befindet, und der stehendes Flusswasser in einen Kanal leitet. Heute teilt sich der Marmore- Wasserfall (der wegen der Salzverkrustungen, die wie Marmor aussehen, so genannt wird), der bis zu eine Höhe von 165 Metern erreicht (und somit der höchste von Europa ist), in drei überwältigende Vorsprünge. Von zwei ausgerüsteten Aussichtsstellen aus können Besucher und Touristen das eindrucksvolle und faszinierende Schauspiel beobachten, das von der Kraft des Wassers geboten wird. Wenige Kilometer vom Marmore- Wasserfall entfernt liegt der Piediluco-See inmitten von grünen Bergen, dessen Besuch wegen seiner Schönheit auf Ihrer Reise nicht fehlen darf. Es handelt sich dabei um den zweitgrößten See Umbriens.


